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Raritäten & Neuimporte im Fokus 259

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Channa andrao

Eine der kleinsten und buntesten Arten der Schlangenkopffische wurde kürzlich wissenschaftlich beschrieben. Seit rund 12 Jahren ist die Art unter der Bezeichnung Channa sp. „Blue bleheri” im Handel. Die Geschlechtsreife bei dieser maulbrütenden Art setzt bei etwa 8 cm Länge ein, in der Natur dürften sie kaum jemals größer als 10 cm werden, im Aquarium können sie ausnahmsweise auch 15 cm Länge erreichen.
Bislang kennt man die Art nur aus einem Sumpfgebiet im Norden Indiens (West-Bengalen / Assam). Von den meisten anderen Schlangenkopffischen kann man die Art leicht durch das Fehlen der Bauchflossen unterscheiden. Am ähnlichsten ist noch Channa bleheri, der jedoch immer große, rot-orangefarbene Flecken in der Schwanzflosse hat, die bei Channa andrao immer fehlen.
Weibchen bleiben etwas kleiner und haben mehr Rot in der Körperfärbung. Damit ist Channa andrao eine der wenigen Channa-Arten, bei der sich die Geschlechter gut unterscheiden lassen.


oben rechts: Annamia normani

Diese Top-Rarität unter den Plattschmerlen erreichte Glaser aus Vietnam, wo die Gattung Annamia mit nur dieser einen gesicherten Art vorkommt. Eine zweite, formell beschriebene Art (A. thuathiensis), ebenfalls aus Vietnam, muss erst noch untersucht werden, um herauszufinden, worum es sich dabei genau handelt. A. normani ist darüber hinaus auch noch aus Laos und Kambodscha gemeldet worden.
Annamia normani wird etwa 10 cm lang und gehört damit zu den großen und repräsentativen Plattschmerlen. Da die Art sich wenig scheu zeigt, kann man sie gut im Aquarium beobachten. Die nach hinten aufgebogenen Flossen wirken wie der Heckspoiler eines Rennautos und helfen den Fischen ohne großen Kraftaufwand die Bodenhaftung nicht zu verlieren, denn sie leben in Gewässern mit starker Strömung.
Annamia sind Aufwuchsfresser, brauchen also feines Frost- und Lebendfutter ebenso wie pflanzliche Nahrungsanteile. Flockenfutter wird gewöhnlich auch gut angenommen. Untereinander und gegen artfremde Fische zeigen sich die Schmerlen friedlich.


unten links: Nanochromis transvestitus

Die Fotos zeigen wunderschöne Nachzuchten. Männchen der Art werden etwa 6 cm lang, Weibchen bleiben kleiner. Damit ist dieser Nanochromis einer der kleinsten Buntbarsche überhaupt.
Ursprünglich stammt der Fisch aus der Region des Lac Mai Ndombe in der D.R. Kongo. Im Gegensatz zu den allermeisten kongolesischen Fischen sind sie darum an sehr weiches und vor allem saures Wasser angepasst (pH 4,5). Die Aquarienstämme sind zwar diesbezüglich recht tolerant geworden, doch sind die Fisch in saurem Milieu deutlich weniger Krankheitsanfällig.
Ansonsten sind es leicht zu pflegende und sehr attraktive Fische. Wie alle Nanochromis sind es Höhlenbrüter, wobei das Weibchen das Gelege bewacht und das Männchen das Revier. Männchen und Weibchen kann man bei N. transvestitus sehr leicht an der Flossenfärbung unterscheiden. Das Balzverhalten ist spektakulär. Beide Geschlechter balzen mit weit aufgerissenen Mäulern und gespreizten Flossen. Das Weibchen nimmt zudem eine ganz merkwürdige S-förmige Körperhaltung ein.


unten rechts: Tateurndina ocellicauda

Diese prächtige Grundel stammt ursprünglich aus Papua-Neuguinea, wird aber praktisch ausnahmslos als Nachzucht gehandelt. Sie gehört zu den so genannten Schläfergrundeln, die so heißen, weil sie eine reflektierende Schicht über den Augen haben. Das wirkte auf die ersten Beobachter, als hätten die Fische die Augen geschlossen und würden schlafen. T. ocellicauda wird 5-6 cm lang.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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