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Raritäten & Neuimporte im Fokus 281

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Indostomus crocodilus

Dieser südost-asiatische Winzling wird allerhöchstens 3 cm lang; er wurde aus Thailand importiert. Der Geschlechtsunterschied ist leicht zu sehen, die Männchen haben einen breiten weißen Saum in der Rücken-, der After- und an den Bauchflossen. Während der Laichzeit sind die Weibchen zudem fülliger. Die Männchen betreiben Brutpflege, indem sie Gelege und Larven in Röhren (z.B. Bambus) bis zum Freischwimmen bewachen.
Indostomus crocodilus sind ruhige, friedliche und sich meist langsam bewegende Fische. Kleinste Becken reichen für die Pflege dieser interessanten Studienobjekte aus. Bodengrund aus feinstem Sand, viel feinblättrige Pflanzen und kleine Steine oder Moorkienholz sorgen für das richtige Ambiente.
Das Futter sollte aus feinstem Lebendfutter bestehen.


oben rechts: Mesonoemacheilus guentheri

Die Schmerlen der Gattung Mesonoemacheilus sind kleine (4-6 cm), sehr lebhafte Schmerlen. Die gegenwärtig 10 bekannten Arten kommen allesamt entlang des westlichen Gebirgszugs (Western Ghats) im Süden Indiens vor, der unmittelbar am Arabischen Meer entlang läuft und die so genannte Malabar-Küste begrenzt. Hier ist einer der so genannten Hotspots der Biodiversität. In praktisch jedem kleinen Flüsschen finden sich endemische, nur dort vorkommende Fischarten, darunter viele Schmerlen und eben auch Mesonoemacheilus.
Hauptsächlich besteht er aus der Art Mesonoemacheilus guentheri, aber es befinden sich als Beifänge auch einge Exemplare anderer Arten darunter, z.B. die sehr ähnliche M. herrei und die Zodiac-Schmerle, M. triangularis.
Man pflegt diese Fische in einem Aquarium mit Sandboden und flachen Steinen. Dann bilden sie Reviere, wühlen unter den Steinen herum und es ist ein ständiges, geschäftiges umherschwimmen und gejage zu beobachten. Langweilig wird so ein Aquarium nie!


unten links: Brotia armata
Aus Thailand werden aktuell mehrere Arten der lebend gebärenden Schnecken der Gattung Brotia importiert. Diese Tiere sind getrennt geschlechtlich, man kann die Geschlechter aber äußerlich nicht unterscheiden. Eine Schneckenplage, wie bei manch anderer Schneckenart, ist bei Brotia nicht zu befürchten. Es sind Algen- und Aufwuchsfresser, die höhere Wasserpflanzen nicht anfressen. In der Natur leben diese Tiere gewöhnlich in fließenden Gewässern, die mittelhartes Wasser und einen pH-Wert von 7,5-8,5 aufweisen.
Brotia armata ist noch relativ neu im Hobby. Sie unterscheidet sich von der ansonsten ähnlichen B. pagodula durch die gerieften ersten Umgang des Gehäuses (glatt bei B. pagodula). Die Art wird 3-4 cm lang. Es ist ein arttypisches Merkmal, dass das Gehäuse am Hinterende kleine Löcher aufweist, das ist keine Krankheit oder Beschädigung.


unten rechts: Ctenopoma acutirostre
Zu den schönsten afrikanischen Labyrinthfischen gehört der bis zu etwa 15-20 cm lang werdende Leopardenbuschfisch, Ctenopoma acutirostre. Seine Heimat ist der Kongo und für die Aquaristik werden die Tiere üblicherweise im Stanley Pool gesammelt. Dort leben sie tagsüber unter den schwimmenden Wiesen der Wasserhyazinthen (Eichhornia crassipes). In der Dämmerung ziehen sie auf Raub aus. Sie lassen sich wie tote Fische durch das Wasser treiben und imitieren dabei mit ihrem Fleckenmuster einen verwesenden Fischkadaver. Das lockt kleine Fische an, die sich als Aasfresser betätigen wollen und nun ihrerseits als Nahrung für den Leopardenbuschfisch dienen.
Zur Ernährung braucht man aber glücklicherweise keine Fische. Leopardbuschfische sind leicht an Frostfutter (Mückenlarven etc.) zu gewöhnen. Gegenüber Fischen, die etwa die halbe Körperlänge der Leopardbuschfische haben und somit als Futter nicht mehr in Frage kommen, sind C. acutirostre vollkommen friedlich, so dass sie auch gut in Gesellschaftsaquarien gepflegt werden können. Allerdings darf die Gesellschaft nicht aus hektischen Fischen bestehen, denn Leopardbuschfische mögen es ruhig und dämmerig.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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