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Raritäten & Neuimporte im Fokus 298

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Xiphophorus montezumae
Von allen Schwertträger-Arten hat Xiphophorus montezumae eindeutig das längste Schwert. Die Art ist bei Temperaturen zwischen 18 und 22°C (zeitweise darf das Wasser auch wärmer sein) leicht zu pflegen, die Zucht ist jedoch hohe Schule der Aquaristik, weshalb dieser prächtige Fisch, der in der Natur in Mexiko ausschließlich im Einzug des Flusses San Luis Potosi (atlantische Abdachung des mittelamerikanischen Landes) vorkommt, nur sehr selten im Handel anzutreffen ist. Diese deutsche Nachzuchten dieses Fisches, der mit 6-7 cm Körperlänge (also ohne Schwanzflosse/Schwert) deutlich kleiner als sein bekannter grüner Vetter X. hellerii bleibt, gehören zur Population des Rio Tamasopo.

oben rechts: Moenkhausia simulata
Ein etwas irritierender Import einer sehr seltenen Salmlerart gelang Aquarium Glaser aus Peru. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um Moenkhausia simulata; allerdings weicht der Neuimport farblich etwas von den bislang bekannten M. simulata ab. Alle anderen Salmler-Arten mit einem Zeichnungsmuster aus mehreren waagerechten Streifen (Astyanax lineatus, A. kullanderi, A. superbus, Bario spp., Hollandichthys spp., Hyphessobrycon hexastichos, Markiana nigripinnis, Moenkhausia agnesae, M. latissima, M. rara, M. simulata und Pseudochalceus lineatus) sehen entweder ganz anders aus und/oder haben ein völlig anderes Verbreitungsgebiet. Möglicherweise handelt es sich bei dem von Glaser importierten Fisch um eine wissenschaftlich noch unbeschriebene, M. simulata sehr ähnliche Art.
Besonders interessant ist der Geschlechtsunterschied bei dieser Art. Deren Fische sind aktuell 4-5 cm lang und offensichtlich geschlechtsreif. Die Fettflosse der Männchen ist deutlich größer als die der Weibchen und beim dominanten Männchen im Aquarium rußig-schwarz. Untereinander sind diese Salmler recht robust. Möglichst große, gut strukturierte Aquarien und eine möglichst große Anzahl von Exemplaren sorgen dafür, dass sich die aggressiven Handlungen nicht in Flossenschäden niederschlagen. Ansonsten unterscheiden sich die Pflegeansprüche der Fische nicht von denen anderer, seit langem im Aquarium gepflegter Arten, wie z.B. dem Rautenflecksalmler (Hyphessobrycon anisitsi).

unten links: Betta splendens Pla Kat Halfmoon Marble
Erneut erreichte Glaser eine spezielle Züchtung besonders hübsche Kampffische (Betta splendens). Alle kurzflossigen Kampffische dieser Art werden nach dem in Thailand üblichen Populärnamen der wildlebenden Betta splendens Pla Kat (pla heißt einfach Fisch, pla kat bedeutet „Beiß-Fisch“) genannt. Halfmoon sind Tiere, deren Schwanzflosse, wenn sie in voller Erregung gespreizt wird, in einen Winkel von 90° zur gedachten Körperlängsachse gebracht werden kann. Und marble, also „Marmor“, erklärt sich ja von selbst, wenn man die Fische betrachtet.
Es sind sehr vitale, temperamentvolle und rauflustige Fische, die wir nur sehr kurzfristig zu Fotozwecken zusammensetzen konnten, ohne Flossenschäden zu riskieren. Bitte ahmen Sie das zuhause nicht nach! Alle drei Exemplare der Fotosession haben ihren Einsatz unbeschaded absolviert und wohnen jetzt wieder in ihren schicken 1-Zimmer-Appartements.


unten rechts: Fundulopanchax spoorenbergi
Nur äußerst selten wird dieser hübsche, maximal 7 cm lange Killifisch im Handel angeboten. Früher stellte man die Art Fundulopanchax spoorenbergi zur Gattung Aphyosemion. Verbreitet ist diese Art von Nigeria bis Kamerun.
Keine Angst vor kurzlebigen Killifischen: diese Art ist ungefähr so langlebig wie andere beliebte Aquarienfische, etwa Guppys oder Platys. Beachten muss man bei der Pflege, dass die Männchen von Fundulopanchax spoorenbergi gerne zanken und ständig paarungsbereit sind. Es muss darum für zahlreiche Vetrsteckmöglichkeiten im Aquarium für unterlegene Männchen und genervte Weibchen gesorgt werden. Auch wenn Killifische ganz allgemein nicht gut für typische Gesellschaftsaquarien geeignet sind (sie gehen dort einfach unter), so kann man sie doch problemlos mit kleinen Salmlern und Barben der Region gemeinsam pflegen.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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