Raritäten & Neuimporte im Fokus 329

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierrarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Nandus nebulosus

Über Singapur hat Aquarium Glaser wieder einmal Nandus nebulosus in schönen, ausgewachsenen Exemplaren erhalten. Die Art kann, wie alle Nanderbarsche, sehr schnell und drastisch die Färbung wechseln, zudem hat jedes Exemplar ein individuell unterschiedliches Marmormuster. Manche der Neuankömmlinge haben ein Kopfprofil, das deutlich spitzer ist, als man das von N. nebulosus erwartet und sehen daher wie die von Borneo beschriebene Art N. proxilus aus und haben – wie diese – nur 14 Rückenflossenstacheln (15-16 bei N. nebulosus). Aber es gibt auch typische N. nebulosus in unserem Import.

oben rechts: Ancistrus claro
Zu den kleinsten Ancistrus-Arten überhaupt gehört Ancistrus claro, der vor seiner wissenschaftlichen Beschreibung als LDA 8 bekannt war. Der Antennenwels stammt aus Klarwasserbächen mit kräftiger Strömung im oberen Einzug des Rio Paraguay-Paraná-Einzuges und wird allerhöchstens 6-8 cm lang. Die Geschlechter sind nicht ganz so einfach zu unterscheiden wie bei anderen Ancistrus-Arten, denn genau wie die Zwergen-Frauen in Tolkiens „Herr der Ringe“ tragen die Weibchen des Zwerg-Antennenwelses kräftige Bärte…

unten links: Microphis brachyurus
Die Kurzschwänzige Süßwassernadel (Microphis brachyurus) wurde aus Indonesien beschrieben. Lange Zeit glaubte man, es handele sich um eine Art mit weltweiter Verbreitung, die sich in den verschiedenen Verbreitungsgebieten nur geringfügig auf Unterartenebene unterscheide. Und so wurden M. lineatus (Code 430104 auf unserer Stockliste) und M. aculeatus (Code 149104) lange Zeit als Unterarten von M. brachyurus betrachtet. Heute sieht man alle drei als eigenständige Arten an.
Als erwachsenes Tier lebt M. brachyurus in Süßwasser, wo auch die winzigen Jungen geboren werden. Diese verdriften allerdings binnen 2-3 Tagen ins Meer, wo sie einige Zeit im Plankton leben, bis sie wieder ins Süßwasser einwandern. Die Aufzucht in Süßwasser ist u.W. bislang noch nicht gelungen.
Manche Exemplare von M. brachyurus haben einen tiefroten Streifen auf dem vorderen Körperdrittel. Es ist unbekannt, was dieser Streifen, der bei beiden Geschlechtern auftreten kann, bedeutet. Die Männchen erkennt man übrigens leicht an der Bruttasche auf dem Bauch.
Bei einem aktuellen Import konnte Aquarium Glaser Männchen bei der Balz beobachten. Dabei färben sich Schnauze und Bauchtasche blitzschnell tiefschwarz. Genau so schnell kann das Männchen die schwarze Farbe auch wieder abschalten.


unten rechts: Vieja hartwegi

Die mittelamerikanischen Buntbarsche der „Bullenklasse“ sieht man heutzutage nur noch selten im Aquarium. Das ist sehr schade, denn es gibt in Mittelamerika keine professionellen Zierfischfänger und wenn eine Art aus dieser Region der Erde erst einmal im Aquarium ausgestorben ist, kann es Jahrzehnte dauern, bis sie wieder verfügbar wird.
Vieja hartwegi ist mit maximal (!) 18-20 cm bei den Männchen – Weibchen bleiben kleiner – eine der kleineren Arten der ehemalig in Cichlasoma zusammengefassten Buntbarsche. Er kommt ausschließlich ( = endemisch) im Rio Grijalva Einzug, auf der atlantischen Seite von Chiapas in Mexiko und Guatemala vor. Dort kann man den Fisch in jedem Gewässertyp finden, in klarem, kühlen, schnellfließenden ebenso wie in warmem, trüben stehendem Wasser.
So prachtvoll die erwachsenen Fische im Brutpflegekleid aussehen – die Geschlechtsreife setzt mit 8-10 cm Länge ein – so unscheinbar sind die Jungtiere. Das ist auch logisch, denn sie haben kein Interesse daran, von den erwachsenen Artgenossen als Konkurrenten erkannt und attackiert zu werden. Dies ist wohl auch der Grund, weshalb die Mittelamerikaner im Hobby gerade selten werden: man muss wissen, was einmal aus ihnen wird, sonst kauft man keine.
Die Tiere stammen von Uwe Werner.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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