Artemia – Powerfutter für kleine Fische

Artemia – Powerfutter für kleine Fische

By Doc Searls [CC-BY-SA-2.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0, via Wikimedia Commons
By Doc Searls [CC-BY-SA-2.0 http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0, via Wikimedia Commons
Züchter hört man oft von “Artemia” (eingedeutschte Mehrzahl ‘Artemien’) sprechen, als eines der besten Aufzuchtfutter für Jungfische – und das nicht ohne Grund.

Die kleinen Salzkrebschen kommen aus den Salzseen von Utah in den USA und produzieren Dauereier, die Trockenheit überleben. Das ist ungemein praktisch, denn so kann der Aquarianer sie bei Bedarf ansetzen.

Man braucht nur Wasser, auf das man 30 g Salz pro Liter gibt (zusatzfreies erzielt bessere Ergebnisse), und Artemiaeier. Eine Durchlüftung ist bei größeren Mengen sinnvoll, wenn man nur gelegentlich kleine Portionen braucht, reicht auch ein unbelüftetes breites Gefäß. Hier nur darauf achten, dass das Wasser nur wenige cm hoch steht, damit über die große Wasseroberfläche genug Sauerstoff herein kommen kann.

Übrigens: Der Nährwert der so genannten Nauplien (dem Primärlarvenstadium) ist direkt nach dem Schlupf am höchsten, denn sie verbrauchen ihre eigenen nahrhaften Reserven sehr schnell. Schon nach ein, zwei Tagen verlieren sie ihre satt orange Farbe und werden durchsichtig, wenn man sie nicht füttert oder gar mit speziellen Präparaten anreichert. Jetzt sind sie für die Fische kaum noch wertvoll, also am besten sogleich nach dem Schlupf verfüttern. Sie bewegen sich immer in Richtung Licht, das kann man sich zum einfachen Absaugen zu nutze machen, indem man das Gefäß lichtdicht umklebt und nur eine schmale Spalte oder Ecke beleuchtet lässt – dort sammeln sich die geschlüpften Artemia. Wenn man keine Brutflasche benutzt, sondern ein unbelüftetes Gefäß, kann man es mit einem dünnen Streifen grober Filtermatte teilen und die Eier auf der dunklen Seite einstreuen. Die Nauplien finden ihren Weg zur hellen Seite und sind dann schön sauber von den Schalen getrennt.

Vor dem Verfüttern sollte man sie in einem Artemiasieb oder durch einen Teefilter spülen, damit kein Salz ins Süßwasseraquarium kommt. (30g/l sind reichlich, probiert das mal, bevor ihr die Eier ins Salzwasser streut 😉 )

Mit den erwähnten Futterpräparaten kann man die Artemia auch bis zum Erwachsenenalter und zur Fortpflanzung groß ziehen. Sie kommen übrigens bei Bedarf auch ohne Männchen aus und vermehren sich über Parthenogenese, also so genannte Jungfernzeugung.

Foto: http://www.afsc.noaa.gov/kodiak/shellfish/cultivation/artemia.htm
Foto: http://www.afsc.noaa.gov/kodiak/shellfish/cultivation/artemia.htm

Mancher fragt sich jetzt vielleicht, warum Krebse aus Salzseen so hervorragendes Futter für Süßwasserfische sind. Sie sind mit den Feenkrebsen, die in Süßwasser leben und dort gerne von Fischen gefressen werden, verwandt. Diese stehen aber unter strengem Naturschutz!

Eine ausführliche Anleitung zum Artemienansatz findet ihr hier:

Artemia Nauplien

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