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Raritäten & Neuimporte im Fokus 269

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Apistogramma gephyra wild
Seit seiner wissenschaftlichen Beschreibung im Jahr 1980 erhitzt dieser Zwergbuntbarsch die Gemüter der Liebhaber. Die einen halten ihn für eine weitere Farbvariante von Apistogramma agassizii, die anderen ganz sicher für eine eigenständige Art. Vermutlich haben beide Parteien recht; zweifellos sind Apistigramma gephyra und A. agassizii sehr nahe miteinander verwandt und haben sich erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit aus einer gemeinsamen Stammform entwickelt. Ob man sie daher noch für eine einzige Art oder bereits für zwei verschiedene Arten hält, ist darum letztendlich Geschmacksache.
Im Großhandel unterscheidet man A. agassizii und A. gephyra gewöhnlich anhand eines Farbdetails, das sich als ziemlich zuverlässig erwiesen hat: dem roten Saum entlang der Rückenflosse, den nur A. gephyra zeigt. Mitte Januar hat Glaser ca. 1,5 cm lange Wildfang-Apistogramma aus Brasilien erhalten, bei denen ein Farbmerkmal auffiel, wie sie es bislang (bewusst) nur bei A. elizabethae, die aus dem gleichen Verbreitungsgebiet (Rio Negro) wie A. gephyra stammt, gesehen hatten: in Schreckfärbung verschwindet das Längsband und es wird ein Doppelfleck im vorderen Körperdrittel sichtbar. Alle anderen Apistogramma-Arten aus dem Rio-Negro-Einzug haben dann entweder nur einen Fleck oder eine ganz andere Zeichnung.
Aber wie A. elizabethae sahen die

Neuankömmlinge auch nicht wirklich aus. Sie beschlossen darum, erst einmal etwas abzuwarten. Jetzt, Mitte Februar, kommen die größten Männchen in Farbe. Es sind wahrhaftig wohl A. gephyra!


oben rechts: Puntius sahyadriensis

Die Khavlibarbe, Puntius sahyadriensis, kommt aus den Yennafluß in Satara District im indischen Bundesstaat Marahashtra. Es ist eine friedliche Barbe, die jedoch auch mal an junge Pflanzentriebe geht. Sie kann aber problemlos mit anderen friedlichen Fischen vergesellschaftet werden. Das Becken sollte allerdings nur mit robusten Pflanzen dekoriert werden. Die Wasserwerte sind nicht von all zu großer Bedeutung und auch bei den Temperaturen sind diese Fische nicht besonders wählerisch. Es sind Allesfresser, die aber auch reichlich Pflanzenkost bekommen sollten. Über die Zucht liegen noch keine Berichte vor, es sollten allerdings nach Barbenart sich um Freilaicher handeln.

unten links: Corydoras sp. C141
Den schönen Panzerwels Corydoras sp. C141 – die Art ist wissenschaftlich noch nicht beschrieben – der genaue Fundort ist leider unbekannt. In den Großhandel gelangen die Fische gewöhnlich unter der falschen Bezeichnung „Corydoras ornatus“ aus Brasilien. Mit C. ornatus ist C. sp. C141 aber nicht identisch.
Die gezeigten Tiere, 6-7 cm groß, kommen gerade in Laichstimmung. Wow! Der sonst cremefarbene Rückenflossenstachel hat jetzt einen orangefarbenen Hauch und die Flossenmembran hinter dem Rückenflossenstachel zieht sich fahnenmäßig aus, übrigens auch bei den Weibchen.
Das Farbmuster ist bei diesen Corydoras hochvariabel. Am häufigsten sind Exemplare mit drei parallelen Streifen auf der Flanke, aber es gibt auch Tiere mit nur zwei Streifen und welche mit bis zu sechs Streifen, oft sind die Streifen auch in Punktreihen aufgelöst. Alle diese Farbvarianten kommen gemeinsam vor.


unten rechts: Exodon paradoxus

Für viele ist er der schönste Salmler Südamerikas: der Zweitupfensalmler, Exodon paradoxus. Die prächtigen Fische glitzern und funkeln, dass es eine wahre Schau ist, denn sie stehen kleinen Moment still. Ununterbrochen haschen sie einander, dass es dem uneingeweihten Betrachter Angst und Bang wird; jedoch beschädigen sie sich nicht. Exodon paradoxus ernähren sich in der Natur praktisch ausschließlich von den Schuppen anderer Fische. Dafür haben sie ein hochspezialisiertes Gebiss entwickelt. In blitzschnellen Attacken greifen sie die Fische an, die kaum begreifen, wie ihnen geschieht. Das Spiel der Zweitupfensalmler dient zwei Zwecken: zum einen ist es ein Täuschungsmanöver für andere Fische, denn die potentiellen Opfer „glauben“, das hektische Geschwimme habe nichts mit ihnen zu tun. Zum anderen spielen die Exodon aber sicher auch zum Training.
Die Art ist sehr weit in Südamerika verbreitet, es gibt sie in Guyana, dem gesamten Amazonas- und Orinoko-Gebiet. E. paradoxus wird rund 7,5 cm lang. Man pflegt man ihn in geräumigen Aquarien im möglichst großen Schwarm. Im Aquarium nimmt der Zweitupfensalmler jedes gängige Fischfutter gerne an. Bei der Vergesellschaftung muss man allerdings aufgrund der Gewohnheiten von Exodon vorsichtig sein. Am besten wählt man nur Welse, die ja bekanntlich keine Schuppen besitzen und darum auch nicht ins Beuteschema der Zweitupfensalmler passen.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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