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Raritäten & Neuimporte im Fokus 282

wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Micronemacheilus cruciatus (= Yunnanilus c.)
Diese niedliche, freischwimmende Zwergschmerle stammt aus Vietnam und wird höchsten 3,5 cm lang. Lange Zeit ordnete man sie der Gattung Yunnanilus zu, doch steht sie gegenwärtig in der monotypischen (also nur diese eine Art umfassenden) Gattung Micronemacheilus.
Die Tierchen sind völlig friedlich und lieben es im Trupp mit ihresgleichen zu schwimmen. Es sind sehr lebhafte Fische, die leicht mit jeglichem Fischfutter passender Größe zu ernähren sind. Die Wassertemperatur sollte zwischen 18 und 26°C liegen, der pH-Wert um den neutralen Bereich, die Wasserhärte ist von untergeordneter Bedeutung.
Micronemacheilus cruciatus ist ein idealer Gesellschaftsfisch für gut bepflanzte Aquarien mit anderen Kleinfischen der südostasiatischen Region.

oben rechts: Neolamprologus cylindricus
Unter den kleinen Buntbarschen des Tanganjikasees ist Neolamprologus cylindricus einer der hübschesten. Seine auffällige Ringelzeichnung macht ihn unverwechselbar. Im Verhalten ähnelt diese maximal 11 cm lange Art (Weibchen bleiben kleiner) am ehesten den Julidochromis-Arten. Wie diese bildet auch N. cylindricus feste Paarbindungen (in sehr großen Becken kann sich ein Männchen auch mit mehreren Weibchen verpaaren). Die Eier werden in Höhlen oder enge Verstecke gelegt, beide Elterntiere bewachen den Laich und die geschlüpften Jungtiere.
Ein typisches Verhalten dieser Art ist das „Felsrutschen“, d.h. dass die Fische versuchen, stets mit dem Bauch knapp über dem steinigen Untergrund zu bleiben.

unten links: Hemiloricaria lanceolata Red
Bereits in den 1980er Jahren tauchte eine ziegelrote Hexenwels-Form im Handel auf, deren Ursprung zwar unbekannt war, die sich jedoch mit Hemiloricaria (früher: Rineloricaria) lanceolata kreuzen ließ. Heutzutage bestehen die Stämme dieser Form wohl immer aus Hybriden, weil ursprünglich wohl die roten Hexenwelse aus einer anderen Art erzüchtet wurden (siehe Evers & Seidel, Weltatlas Band 1: 694).
Im November 2015 fand Glaser in einem Import von Hemiloricaria lanceolata aus Paraguay ein ziegelrotes Männchen. Das Tier ging, gemeinsam mit einigen normal gefärbten Weibchen, an deren bewährten Züchter Kurt Jülich, dem es tatsächlich gelang, mehr daraus zu machen! Hier sind die ersten roten Nachzucht-Hexenwelse.


unten rechts: Hasemania nambiquara
Dies ist eine sehr ungewöhnliche Salmlerart, deren Gruppierung in der Gattung Hasemania sicher weiterer Untersuchungen bedarf. Die Erstbeschreiber (Bertaco und Malabarba, 2007) schreiben dies auch ausdrücklich. Es ist die Kombination aus fehlender Fettflosse (sehr ungewöhnlich bei Salmlern) und bestimmten Gebissmerkmalen, die zu der vorläufigen Zuordnung zu Hasemania führte. Optisch und bezüglich des Verhaltens erinnern die Tiere, die aus dem oberen Einzug des Rio Tapajós stammen, eher an Kaisertetras (Nematobrycon).
Glaser bietet nun erstmals Nachzuchten dieses hübschen und interessanten Salmlers an, der von Peter und Martin Hoffmann in Datz 11/2017 erstmals für das Hobby vorgestellt wurde. Beim Fotografieren stellten sie fest, dass bei bestimmtem Lichteinfall blaue Glanzschuppen auf den Flanken sowohl der Weibchen wie auch der Männchen sichtbar sind. Bei Licht direkt von vorne erscheint das Flankenband einfarbig dunkel.
Hasemania nambiquara wird in der Natur etwa 3 cm lang (ohne Schwanzflosse), im Aquarium werden sie, wie üblich, rund 1 cm größer. Pflege und Zucht entsprechen in groben Zügen dem bekannten Kaisertetra, Nematobrycon palmeri.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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