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Raritäten & Neuimporte im Fokus Vol. 551: Faszinierende Salmler, Schmerlen und Welse für das Gesellschaftsaquarium

Raritäten & Neuimporte im Fokus Vol. 551: Faszinierende Salmler, Schmerlen und Welse für das Gesellschaftsaquarium

Entdecke spannende Nachzuchten und beeindruckende Wildfänge, die mit ihren besonderen Verhaltensweisen und einzigartigen Mustern jedes Süßwasseraquarium bereichern.

Raritäten und Neuimporte im Fokus Vol. 551
Raritäten und Neuimporte im Fokus Vol. 551

Die Aquaristik bietet eine schier unendliche Vielfalt an faszinierenden Lebewesen, und immer wieder tauchen besondere Raritäten und spannende Neuimporte im Handel auf, die das Herz ambitionierter Aquarianer höher schlagen lassen. In unserer beliebten Serie werfen wir regelmäßig einen detaillierten Blick auf außergewöhnliche Zierfische, die durch einzigartige Färbungen, spannende Verhaltensweisen oder spezielle Haltungsansprüche auf sich aufmerksam machen. Ob es sich dabei um nachhaltige heimische Nachzuchten oder um seltene Wildfänge handelt – jede Art bringt ihre eigenen Anforderungen an Wasserwerte, Ernährung und Aquarieneinrichtung mit sich. Eine sorgfältige Planung und das Wissen um die spezifischen Bedürfnisse der Tiere sind der Schlüssel für eine erfolgreiche und artgerechte Pflege. Von dynamischen Schwarmfischen für den mittleren Beckenbereich bis hin zu bodenorientierten Spezialisten, die besondere Ansprüche an das Substrat oder die Vergesellschaftung stellen, gibt es immer wieder Neues zu entdecken. Tauchen wir ein in die faszinierende Welt der aktuellen Importe und Zuchterfolge und beleuchten wir, worauf bei der Haltung dieser besonderen Aquarienbewohner unbedingt zu achten ist.

Moenkhausia pittieri – Brillantsalmler (NZ)

Der Brillantsalmler (Moenkhausia pittieri) macht seinem Namen alle Ehre, denn bei guter Pflege und passender Beleuchtung entwickeln besonders die Männchen ein funkelndes Schuppenkleid. Ursprünglich aus dem Valencia-See in Venezuela stammend, sind diese Tiere heute glücklicherweise als stabile Nachzuchten (NZ) im Handel erhältlich. Mit einer Endgröße von etwa 5 bis 5,5 Zentimetern gehören sie zu den mittelgroßen Vertretern der Salmler und beeindrucken zudem durch die verlängerten Rücken- und Afterflossen der männlichen Tiere.Für eine artgerechte Haltung dieses lebhaften Schwarmfisches wird ein Aquarium ab 80 bis 100 Zentimetern Kantenlänge empfohlen. Brillantsalmler bevorzugen weiches bis mittelhartes Wasser und eine dichte Randbepflanzung, die ihnen Rückzugsmöglichkeiten bietet, während im mittleren Bereich genügend freier Schwimmraum erhalten bleiben muss. Dunkler Bodengrund und eine leichte Filterströmung tragen zum Wohlbefinden und zur Farbenpracht bei.Die Ernährung gestaltet sich unkompliziert, da Moenkhausia pittieri ein klassischer Allesfresser ist. Neben hochwertigem Trockenfutter sollte der Speiseplan regelmäßig mit feinem Lebend- und Frostfutter wie weißen Mückenlarven, Artemia oder Wasserflöhen ergänzt werden. Bei der Vergesellschaftung zeigen sie sich friedlich und robust, weshalb sie gut mit anderen friedfertigen Arten, Panzerwelsen oder Zwergbuntbarschen in einem größeren Gesellschaftsaquarium gehalten werden können.

Physoschistura sp. – Rosa-Zwergschmerle (WF)

Ein echter Geheimtipp für Liebhaber von kleinen Bodenfischen ist die Rosa-Zwergschmerle (Physoschistura sp.). Diese Wildfänge (WF) stammen aus schnellfließenden, sauerstoffreichen Gewässern Myanmars. Mit einer maximalen Körperlänge von etwa 3 bis 4 Zentimetern bleibt diese Schmerlenart klein und besticht durch eine zarte, namensgebende rosa bis rötliche Grundfärbung mit feinen, dunklen Querbinden.Die Haltung stellt einige Ansprüche, vor allem an die Wasserqualität. Die Rosa-Zwergschmerle benötigt sauberes, sauerstoffreiches Wasser mit guter Strömung, weshalb sich die Pflege in einem sogenannten Strömungsaquarium anbietet. Als Bodengrund eignen sich abgerundeter Kies oder Sand, ergänzt durch glatte Flusskiesel und Wurzeln. Da Schmerlen gesellige Tiere sind, sollten sie in einer Gruppe von mindestens sechs bis acht Exemplaren gepflegt werden, damit sie ihr Sozialverhalten angstfrei ausleben können.Bei der Fütterung erweisen sich diese Zwergschmerlen als kleine Feinschmecker. Sie nehmen feines Frost- und Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Cyclops und feine Mückenlarven bevorzugt in der Bodenregion auf; an Trockenfutter müssen Wildfänge oft erst langsam gewöhnt werden. Eine Vergesellschaftung ist gut mit freischwimmenden, strömungsliebenden Bärblingen möglich, jedoch sollten keine aggressiven oder stark bodenorientierten, revierbildenden Arten hinzugesetzt werden.

Corydoras splendens – Smaragdpanzerwels (NZ)

Der Smaragdpanzerwels, taxonomisch korrekt Corydoras splendens (früher unter der aufgelösten Gattung Brochis geführt), ist mit seiner auffälligen, metallisch-grünen bis smaragdfarbenen Glanzfärbung eine imposante Erscheinung für den Bodenbereich. Mit einer Endgröße von 7 bis 8 Zentimetern wird er deutlich massiger als die meisten klassischen Panzerwelse. Diese robusten Nachzuchten (NZ) zeichnen sich durch Friedfertigkeit und ausgeprägtes Gruppenverhalten aus.Aufgrund ihrer Größe benötigen Smaragdpanzerwelse ein Aquarium ab mindestens 100 Zentimetern Kantenlänge. Eine wichtige Grundvoraussetzung für ihre Pflege ist feiner, nicht scharfkantiger Sandboden. Die Tiere durchkauen den Untergrund auf der Suche nach Nahrung; grober oder scharfer Kies kann zu Verletzungen der empfindlichen Barteln führen und das Risiko von bakteriellen Infektionen erhöhen. Zudem ist gute Wasserhygiene wichtig, da Panzerwelse empfindlich auf hohe Keimbelastungen am Boden reagieren.Die Ernährung dieser Bodenbewohner ist vielseitig: Sie nehmen sinkendes Granulat, Futtertabletten sowie lebende und gefrorene Tubifex, rote Mückenlarven oder Enchyträen gierig an. Es sollte darauf geachtet werden, dass in einem Gesellschaftsbecken genug Futter den Boden erreicht und die Welse nicht von schnellen Oberflächenfressern verdrängt werden. Corydoras splendens lässt sich gut mit Salmlern, Bärblingen oder südamerikanischen Buntbarschen vergesellschaften.

Corydoras arcuatus – Stromlinien-Panzerwels (WF)

Der Stromlinien-Panzerwels (Corydoras arcuatus) ist an seiner unverkennbaren, schwarzen Binde zu erkennen, die sich wie ein eleganter Bogen über den Rücken zieht. Diese Wildfänge (WF) aus Südamerika (Amazonasbecken) erreichen eine Körperlänge von etwa 5 Zentimetern. Das Muster dient den Fischen in ihren Heimatgewässern als Tarnung im schattigen Uferbereich.Wie alle Panzerwelse sind auch diese Tiere ausgesprochen gesellig und sollten in einer Gruppe von mindestens sechs, idealerweise zehn oder mehr Tieren gehalten werden. Ein Aquarium ab 80 Zentimetern Länge mit weichem Sandboden und vielen Unterständen aus Holz oder Tonröhren bildet ein ideales Zuhause. Als Wildfänge bevorzugen sie weicheres, leicht saures Wasser, das durch die Zugabe von Seemandelbaumblättern oder Erlenzapfen aufbereitet werden kann, was zudem leicht huminstoffreich wirkt und Keime hemmt.Die Nahrungsaufnahme erfolgt panzerwels-typisch direkt am Boden. Sie fressen feines Frost- und Lebendfutter sowie hochwertiges Sinkfutter. Da Wildfänge anfangs wählerisch sein können, empfiehlt sich in der Eingewöhnungsphase die Gabe von lebenden Tubifex oder Glanzwürmern. Die Vergesellschaftung ist unproblematisch, solange die Beifische nicht zu groß oder futterneidisch sind.

Hypancistrus sp. „L201“ – Weißpunkt-Pleco (WF)

Der L 201 Weißpunkt-Pleco aus dem Rio-Negro-Einzugsgebiet in Brasilien ist ein wahrer Blickfang für Liebhaber von Harnischwelsen. Die hier vorgestellten Wildfänge (WF) beeindrucken mit einer tiefschwarzen bis dunkelbraunen Grundfärbung, die von unzähligen, leuchtend weißen oder leicht gelblichen Punkten übersät ist. Mit einer maximalen Endgröße von etwa 10 bis 12 Zentimetern bleibt Hypancistrus sp. „L201“ im Vergleich zu vielen anderen Plecos erfreulich kompakt und ist auch für mittelgroße Aquarien ab 80 bis 100 Zentimetern Kantenlänge gut geeignet.Für die artgerechte Haltung dieser nacht- und dämmerungsaktiven Welse sind ausreichend Versteckmöglichkeiten wichtig. Welshöhlen aus Ton oder Schieferaufbauten sowie weiches Holz sollten in größerer Zahl angeboten werden als Welse im Becken sind, um Revierstreitigkeiten zu vermeiden. Zudem bevorzugen die Tiere warmes (26 bis 30 °C), sauerstoffreiches Wasser mit leichter bis moderater Strömung. Eine leistungsstarke Filtration und regelmäßige Wasserwechsel helfen, die Wasserqualität hochzuhalten.Im Gegensatz zu vielen anderen Harnischwelsen ist Hypancistrus sp. „L201“ kein klassischer Algenfresser, sondern ernährt sich vorwiegend carnivor. Er benötigt sinkende Futtertabletten, die reich an tierischen Proteinen sind, sowie regelmäßige Gaben von Frostfutter wie Artemia, Mysis oder Krill. Pflanzliche Beikost wird meist ignoriert. Bei der Vergesellschaftung ist darauf zu achten, dass die Beifische mit den hohen Wassertemperaturen zurechtkommen.

Quelle: Ingo Seidel – aqua-global Zierfischgroßhandel GmbH

Matthais AI

Matthias Wiesensee

Aquarianer, Wirtschaftsinformatiker, Online Marketing Manager. Liebt Fotografie, Badminton & Inlineskating. Nutzt die Freizeit für die Aquaristik, den Gartenteich und den Hund.
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