Raritäten & Neuimporte im Fokus 284

Lerne neue Arten kennen oder entdecke alte Arten neu: In der Aquaristik gibt es immer wieder Tierarten zu erkunden. Viele sind wunderschön, unbekannt und nur selten im Handel zu finden. Mit Unterstützung der Zierfischgroßhändler aus der Fachgruppe des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) stellen wir dir jede Woche vier Arten vor. Darunter findest du auch viele Nachzuchten und ihre verschiedene Zuchtformen.

oben links: Neolamprologus tetracanthus
Dieser Buntbarsch aus dem Tanganjikasee ist ein Bewohner zweier Welten. Die maximal 20 cm lange Art (allerdings findet man in der Natur kaum jemals Tiere, die größer als 12 cm sind) ist einerseits ein typischer Bewohner von Sandflächen, wo sie als Kleintierfresser lebt. Am liebsten frisst Neolamprologus tetracanthus kleine Schnecken, die er aus ihrem Gehäuse saugt, jedoch ist der Fisch kein Nahrungsspezialist und nimmt alles, was ins Maul passt, gerne an, sofern es fleischlicher Natur ist.
Andererseits ist dieser Buntbarsch als Höhlenbrüter auf Steinansammlungen angewiesen. Beide Partner bewachen und verteidigen das Gelege und die Jungfische sehr aggressiv.
So erklären sich die teils krass unterschiedlichen Erfahrungen, die Aquarianer mit diesem Buntbarsch machen. So lange die Fische nicht in Fortpflanzungsstimmung sind, können sie als ziemlich friedlich gelten, denn auf Sandflächen ist es kaum sinnvoll, Reviere zu errichten. Aber in Fortpflanzungsstimmung müssen diese Fische sehr durchsetzungsfähig sein, da im Felsengebiet potentielle Ablaichreviere meist schon besetzt sind.

oben rechts: Hyphessobrycon piranga

Eine echte Top-Rarität unter den Salmlern und das als deutsche Nachzuchten. Eine der Arten ist Hyphessobrycon piranga, die Peter und Martin Hoffmann in DATZ 11/2017 noch unter dem provisorischen Namen „Hyphessobrycon sp. Non-Red Devil“ vorstellten. Obwohl die Fischchen nämlich viel Rot in der Färbung zeigen, sind sie wohl nicht identisch mit der wissenschaftlich noch unbeschriebenen Art, die unter der Bezeichnung „Red Devil“ kursiert und u.a. wesentlich größere Flossen besitzt. Offiziell wurde der „Non-Red Devil“ im März 2018 als Hyphessobrycon piranga beschrieben. Die neue Art stammt aus Flüssen des oberen Rio Tapajós Einzuges.

Die Männchen der hübschen Art haben rote Flossen, die Weibchen erinnern ein wenig an Schwarze Neon (Hyphessobrycon herbertaxelrodi) oder Hyphessobrycon nigricinctus. Die Fische sind in der Natur schon mit rund 2 cm Standardlänge (ohne Schwanzflosse) geschlechtsreif, im Aquarium werden sie etwas größer; die fotografierten Nachzuchten sind ca. 3 cm lang. Das Photo von Peter Hoffmann zeigt ein Zuchtpaar.

Es sind schöne, pflegeleichte und sehr lebhafte Fische.

unten links: Corydoras sp. aff. sychri Longnose C53

Aus dem Rio Nanay in Peru kommt ein Artenschwarm einander sehr ähnlicher Panzerwelse, die sich im wesentlichen durch die Schnauzenlänge und -form unterscheiden. Alle sind sehr schöne Fischeund eignen sich hervorragend zur Pflege im Aquarium. Alle Arten haben eine sehr eindrucksvolle dunkle Augenmaske und transparente Flossen. Der Körper ist punktiert, wobei die Anzahl und Dichte der Punkte individuell variiert.

Zwei Arten des Artenschwarmes sind bislang wissenschaftlich beschrieben, nämlich Corydoras atropersonatus mit einer kurzen, runden Schnauze und C. sychri mit einer deutlch längeren Schnauze. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist C97 eine Variante von C. sychri. Zusätzlich gibt es einen Sattelschnäuzer, der die Codenummer C53 erhalten hat und allem Anschein nach wissenschaftlich noch unbeschrieben ist.

Der Sattelschnäuzer (C53) ist die am seltensten im Handel vertretene Art dieses Artenschwarmes.

unten rechts: Apistogramma mendezi Santa Isabel

Apistogramma mendezi gehört ohnehin schon zu den hübschesten Vertretern der Gattung, aber die Tiere, die wir gerade aus der Umgebung von Santa Isabel erhalten haben, sind besonders hübsch. Selbstverständlich sind die Männchen auch dieser Populationpolychromatisch, es gibt also kaum zwei Exemplare mit absolut identischer Färbung, aber der hohe Anteil orangener Farbe in den Flossen und am Körper ist ebenso auffällig wie die bei den meisten Tieren zumindest im hinteren Teil tiefrot gefärbten Kiemenhäute.

Quelle: Frank Schäfer – Aquarium Glaser GmbH

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