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Gefahren im Aquarium: Welche Rolle Sauerstoff für die Fische spielt

Fische sind im Wasser lebende Wirbeltiere, die mithilfe von Kiemen an Sauerstoff kommen. Mit den kleinen Wasserwesen bringen wir automatisch Flüsse, Seen und Meere in Verbindung, also Natur pur. Für viele Fisch-Freunde ist es daher eine besondere Errungenschaft, sich diese hydrophilen Lebewesen in die eigenen vier Wände zu holen, natürlich in Form einer Zucht im Aquarium. Ein Aquarium schmückt nicht nur eine Wohnung, es kann auch regelrecht unterhalten, anmutig und zugleich beruhigend wirken die einzelnen Bestandteile seines für gewöhnlich liebevoll eingerichteten Innenlebens auf seine Zuschauer. Doch auch wenn die Pflege von im Aquarium gehaltenen Zierfischen grundsätzlich nicht allzu schwer ausfällt, so muss der Aquariumsbesitzer doch eine Reihe von Fakten kennen, um seine Schützlinge keinen unnötigen Gefahren auszusetzen. Besonders gefährlich und häufig unterschätzt ist hierbei die Gefahr eines Sauerstoffmangels. Alles zum Thema Fische und Sauerstoff erfährst Du im Nachfolgenden.

Aquascaping: Die Kunst der ästhetischen Aquaristik

Aquarien liegen im Trend. Besonders dem sogenannten „Aquascaping“ (abgeleitet vom englischen Begriff „landscape“ bzw. Landschaft) wird in der Aquaristik immer größere Bedeutung beigemessen. Beim Aquascaping geht es um das harmonische Einrichten eines Aquariums nach persönlichen Vorstellungen. Wenngleich die Vorstellungen, welche Landschaft beim Aquascaping nachgebildet werden soll, doch recht unterschiedlich sind, haben sie doch allesamt eines gemeinsam: Ihre Vorbilder sind Naturlandschaften über Wasser. Sei es eine Hügelkette mit dichter Bewaldung, eine gigantische Schlucht, eine von Blumen übersäte Flusslandschaft oder sogar eine Aquariumslandschaft im Mittelerde-Stil (nach dem Vorbild des Films „Herr der Ringe“), der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt. Sollte der Fisch-Freund sich eher an landschaftlichen Details, wie beispielsweise an einem mit Moos bewachsenen Baumstumpf erfreuen, so kann er auch diese mithilfe von Pflanzen, Steinen und Wurzeln in seinem Aquarium versuchen nachzubauen. Bei derartigen Konstruktionen zählt weniger die Erreichung von Perfektion, sondern vielmehr einen entschleunigenden Zugang zur Welt jenseits der Alltagshektik zu finden. Doch auch beim Aquascaping sollte einer Stimme stets Gehör geschenkt werden: Der Meinung des Fisches. Schließlich sollte der Fisch-Freund wissen, welche Fischart für sein Vorhaben überhaupt in Frage kommt. Doch Vorsicht: Jeder Fisch hat jeweils andere Bedürfnisse.

Die richtige Ausstattung des Aquariums

Unabhängig davon, ob Du ein Meerwasser- oder ein Süßwasseraquarium bevorzugst, jedes von ihnen hat seine Vor- und Nachteile. Während das Meerwasseraquarium Dir einen beispiellosen Blick auf exotische Fische und Vegetation ermöglicht, sind hingegen Süßwasseraquarien mit deutlich weniger Aufwand verbunden. Prinzipiell gilt: Der Lebensraum Deiner Fische im Aquarium sollte möglichst den Bedingungen in freier Natur ähneln. Dazu zählt zum Beispiel, dass Du darauf achtest, welche Stoffe in freier Wildbahn auf natürliche Weise ausgetauscht und umgewandelt werden. Hierfür benötigst Du im Aquarium eine besonders zuverlässige Technik. An folgendes musst Du denken:

Während eine Lampe, am besten mithilfe einer Zeitschaltuhr auf etwa 12 bis 14 Stunden Helligkeit am Tag eingestellt für die notwendige Beleuchtung sorgt, kümmert sich ein Filter um die Beseitigung von Schmutz und Verunreinigungen im Wasser. Die Heizung bzw. einen Heizstab solltest Du für gewöhnlich so einstellen, dass das Wasser konstant zwischen 24 bis 26 Grad Celsius angewärmt bleibt. Mache jedoch die Temperatur im Aquarium primär von Deinen Fischen abhängig. Des Weiteren wird durch eine Luftpumpe das Wasser bewegt und umgewälzt, da schließlich Wasserbewegungen das Wasser mit Sauerstoff aus der Luft anreichern. Hierbei empfiehlt es sich jedoch, den Ausströmerstein der Luftpumpe nicht zu tief ins Aquarium zu legen bzw. nicht auf den Boden, da sich ansonsten das Wasser durch aufgewühlten Bodenbelag trüben wird. Macht die Luftpumpe nach einer gewissen Standzeit Geräusche oder hast Du das Gefühl, dass die Leistung nachlässt, sollte der Ausströmerstein durch einen neuen ersetzt werden. Diesem Sachverhalt ist eine besondere Wichtigkeit beizumessen, da der Erstickungstod durch Sauerstoffmangel ein häufiges Schicksal vieler Zierfische ist. Luftpumpen helfen daher insbesondere bei einer Übervölkerung beispielsweise durch Jungfische und bei zu hohen Wassertemperaturen, zum Beispiel im Sommer. Gut zu wissen: nachts ist der Bedarf an Sauerstoff Deiner Fische am Höchsten.

Gefahrenquellen für Deine Schützlinge

Die Gründe, warum Zierfische in Deinem Aquarium sterben können, sind vielseitig. Die geläufigsten Ursachen sind:

Kohlendioxid: Wenn Du eine CO2-Anlage in Deinem Aquarium zur Bereicherung Deiner Wasserpflanzen benutzt, so kann es passieren, dass durch eine zu hohe CO2-Konzentration Deinen Fischen leider besonders wenig Sauerstoff zum Atmen zur Verfügung steht. Dies gilt vor allem für die Nacht, da die Pflanzen zu dieser Zeit weder das CO2 aus dem Wasser verarbeiten können noch neuen Sauerstoff nachproduzieren. Daher solltest Du stets den CO2-Gehalt in Deinem Aquarium messen, um diese Gefahr auszuschließen. Ebenso kann ein Teilwasserwechsel von etwa 50 % mit etwas kühlerem Wasser das Innere des Aquariums schnell abkühlen lassen.

Krankheiten: Auch im Aquarium können sich Krankheiten schnell ausbreiten und alle Fische anstecken. Daher ist es immens wichtig, diese schnell zu indizieren und zu behandeln. Schaue Dir die toten und die lebendigen Fische genau an und prüfe, welche Veränderungen unter ihnen eingetreten sind. Folgende Gesundheitsprobleme betreffen Zierfische häufig:

  • Fischläuse
  • Verpilzung
  • Weißpünktchenkrankheit

Nitrat-Konzentration: Durch zu viele Fische bzw. zu viel Futter im Aquarium kann der Schadstoffanteil im Wasser bedrohlich ansteigen. Das liegt auch daran, dass Deine Fische gasförmige Absonderungen (überschüssige Luft und Verdauungsgase) abgeben, da diese ansonsten unweigerlich an die Wasseroberfläche steigen würden. Hierbei stellt vor allem ein zu hoher Nitritwert ein echtes Problem dar, denn zu viel Nitrit ist giftig für Deine Schützlinge. Teste Dein Wasser und erkundige Dich über den Stickstoffkreislauf in Deinem Aquarium:

Vergesellschaftung: Schwer zu glauben, aber wahr: Auch der falsche Spielkamerad kann für einen Fisch zum Verhängnis werden. Denn eine ungeeignete Vergesellschaftung ist ein Stressfaktor, der unterlegene Zierfische krank werden lässt. Achte hierbei auch auf Räuberfische.

Wassertemperatur: Eine klassische Ursache für ein plötzliches Fischsterben ist eine zu hohe Temperatur innerhalb des Aquariums. Du erkennst eine zu hohe Wassertemperatur daran, dass Deine Fische am Boden liegen, nur noch weitestgehend lethargisch umherschwimmen oder an der Wasseroberfläche vermehrt nach Luft schnappen. In diesen Fällen solltest Du sofort zu einem Thermometer greifen und die Temperatur des Wassers über den Heizstab des Aquariums nach unten regeln. Auch hier kann ein Teilwasserwechsel durchaus dienlich sein.

Quelle: unsplash.com © Brenda Helen

Die Atmung eines Fisches: Wie kommt es zu Sauerstoffmangel?

Fakt ist: Auch unter Wasser gibt es Sauerstoff, allerdings in viel geringeren Mengen und in gebundener Form mit Wasserstoff. Fische verwenden bekanntlich ihre Kiemen, um diesen aufzunehmen. Diese Kiemen bestehen wiederum aus zahlreichen Kiemenblättern, die auf Kiemenbögen dicht beieinander angesiedelt sind. Kiemen müssen bei Fischen jedoch stets von Wasser umspült sein, da sie ansonsten rasch zusammenkleben, woran ein Fisch zwangläufig ersticken muss. Dies ist tatsächlich die häufigste Todesursache von Zierfischen. Aber auch schon ein nur zeitweise auftretender Sauerstoffmangel begünstigt das Entstehen von Krankheiten aller Art aufgrund der Schwächung des Allgemeinzustands der kleinen Wasserwesen. Doch keine Panik: Für akuten Sauerstoffmangel bei Deinen hydrophilen Zöglingen gibt es viele Anzeichen und sogar einen relativ evidenten, abgestuften Mechanismus zur Kompensation sinkender Sauerstoffwerte. Die markantesten Signale sind:

  • Das Volumen der Mundhöhle vergrößert sich.
  • Der Fisch erhöht die Atemfrequenz.
  • Die Tiere werden unruhig und verweigern die Nahrungsaufnahme.
  • Sie steigen an die Wasseroberfläche, weil die oberen Wasserschichten den höchsten Sauerstoffgehalt aufweisen.

Ein Fisch mit Lunge: Der Kletterfisch

Wusstest Du, dass ein Fisch prinzipiell kein Problem mit der Luft, sondern lediglich ein Problem mit der Trockenheit hat? Tatsächlich gilt: Über die Kiemen kann er durchaus Sauerstoff aus der Luft aufnehmen. Manche Fische tun dies notwendigerweise auch. Grundsätzlich wäre eine derartige Atmung für Fische sogar verhältnismäßig effizient, denn die Luft hat einen wesentlich höheren Sauerstoffanteil als Wasser. Jedoch liegt das Problem darin, dass Fische über ihre Kiemen auch Stoffwechselendprodukte wie Kohlendioxid und Ammoniak abgeben, was an der trockenen Luft jedoch nur begrenzt möglich ist. An der trockenen Luft dagegen kann das wasserlösliche Ammoniak den Fischkörper über die Kiemen nur sehr begrenzt verlassen. Die Abgabe von Ammoniak ist sogar derartig begrenzt, dass der Stoff den Organismus letztendlich vergiften würde, würden die hauchdünnen Membranen der Kiemen nicht so schnell austrocknen, wodurch der Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid rasch gegen Null geht. Doch es gibt Fische wie beispielsweise Aale und sogenannte „Kletterfische“, die bei kühler und nasser Witterung, tatsächlich einige Zeit außerhalb des Wassers überleben können.

Der aus der Familie der sogenannten „Labyrinthfische“ stammende, für gewöhnlich südostasiatische, Kletterfisch wird etwa 3,5 bis 30 Zentimeter lang. Sein Maul ist relativ groß, sein Kiefer sowie das Parasphenoid sind mit konischen Zähnen besetzt. Kletterfische haben außerdem auffallend lange After- und Rückenflossen. Sind Rücken-, Schwanz- und Afterflosse ausgestreckt, so bilden sie einen nahezu lückenlosen Flossensaum. Kletterfische bewohnen vornehmlich stehende oder langsam fließende Gewässer und ernähren sich in freier Natur hauptsächlich von Fischbrut und Wasserpflanzen. Im Aquarium führt der Kletterfisch sich jedoch als mürrischer Einzelgänger auf, der sich in Gesellschaft Anderer eher unverträglich zeigt und kleinere Fische sogar auffrisst. Das Aquarium muss hier ausbruchssicher mit einer Glasscheibe abgedeckt werden. Das liegt daran, dass Kletterfische in freier Wildbahn eine Strecke von bis zu 180 Metern zurücklegen können. Mit dem Ziel, zu einer neuen Wasserstelle zu gelangen. Meist wechseln sie ihre Biotope abends oder nachts, wenn höhere Luftfeuchtigkeit herrscht. Dank ihrem sogenannten „Labyrinthorgan“ können sie bis zu 6 Tage an Land überleben. An die Evolutionstheorie von Charles Darwin erinnernd, haben sie diese Entwicklung im Laufe vieler Jahre gemeistert, da sie, mitunter von Austrocknung bedroht, imstande sein mussten, über Land zu kriechen, um alternative Gewässer zu erreichen.

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